Abfall an EU-Küsten in fünf Jahren um fast ein Drittel zurückgegangen

Plastik am Strand

Der Europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge sind die Abfälle an den Stränden der EU zwischen 2015 und 2021 um 29 Prozent zurückgegangen. Bei Einwegkunststoffen waren es sogar 40 Prozent.

Plastik in den Ozeanen ist ein weltweites Problem, das Meeresökosystemen große Schäden zufügt. CNN berichtete im vergangenen Jahr, dass täglich 2000 LKW-Ladungen davon ins Meer gekippt würden. Ein Teil des Plastiks, das aus Wasserstraßen, Flüssen, der Industrie und von Privatpersonen in die Ozeane gelangt, bleibt in bestimmten subtropischen Gebieten mit kreisförmigen Strömungen hängen, darunter der sogenannte Great Pacific Garbage Patch. 80 Prozent des schwimmenden Plastiks werden jedoch nach Angaben von Aktivisten innerhalb eines Monats an die Küsten gespült.

Nun legen Berichte aus der EU und Australien nahe, dass die Menge an Plastikmüll an den dortigen Küsten in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Ein im März veröffentlichter Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) zeigt, dass der Trend zur Küstenverschmutzung in der EU rückläufig ist und sich dem Ziel eines Rückgangs um 50 Prozent bis 2030 annähert.

Umweltschützer weisen jedoch darauf hin, dass Verbesserungen bei der Abfallbewirtschaftung und der Vermeidung von Leckagen entscheidend sind, um weiterhin gute Fortschritte zu erzielen. So hat die EU nach einigen großen Schiffsunglücken in jüngster Zeit die Schifffahrt in ihre Vorschriften zur Begrenzung der Mikroplastik-Verschmutzung mit einbezogen.

45 Prozent weniger Müll an der Ostseeküste

Der Bericht der EUA basiert auf Daten für vier Küstengebiete: die Ostsee, das Mittelmeer, das Schwarze Meer sowie Nordatlantik / Nordsee. An den Ostseeküsten wurde dabei mit 45 Prozent der deutlichste Rückgang an Abfällen verzeichnet. Aufgeschlüsselt nach Kategorien von Kunststoffabfällen und mit einem Durchschnittswert für alle Gebiete ging die Menge an Fischereierzeugnissen und Plastiktüten um jeweils 20 Prozent zurück, während Einwegkunststoffe mit 40 Prozent am stärksten abnahmen.

Die EU ist nicht der einzige Ort, an dem ein Rückgang der Abfälle an den Küsten zu beobachten ist. Vor kurzem berichtete die australische Wissenschaftsbehörde, dass der Plastikmüll an den Stränden Australiens zwischen 2013 und 2023 insgesamt um 39 Prozent zurückgegangen sei. Wie die EUA wies auch dieser Bericht jedoch darauf hin, dass noch mehr getan werden müsse, um den Abwärtstrend aufrechtzuerhalten.

Währenddessen entstehen weltweit immer mehr Initiativen, die versuchen, die Ozeane von Plastik zu befreien. Neben dem Projekt The Ocean Cleanup des Niederländers des Niederländers Boyan Slat zählt dazu auch die Initiative Mediterranean Cleanup, bei der Tausende von Fischern in den Anrainerstaaten des Mittelmeers Müll in ihren Netzen sammeln und bei Sammelstellen an Land abliefern, anstatt ihn wie bisher zurück ins Meer zu werfen.

Foto: Annie Spratt/Unsplash (CC0)

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