Je 500 Dollar an 1.000 Personen: Ein Projekt aus Großbritannien finanziert gute Taten

Drop Dead Generous

Ein soziales Experiment aus Großbritannien verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Es verschenkt eine halbe Million Dollar an 1.000 Personen, die kreative Ideen haben, um anderen zu helfen.

Was würdest du für einen Fremden tun? Würdest du einer alten Dame die Tür aufhalten oder einem Obdachlosen einen Euro spenden? Gut möglich. Würdest du einem Fremden eine Niere spenden? Wahrscheinlich nicht. Doch genau das hat Tom Cledwyn 2012 getan. Mit 25 spendete der Brite einem Fremden, den er nie zuvor gesehen hatte, eine Niere. Nach dem Aufwachen aus der OP spürte er ein intensives Glücksgefühl. Kurz darauf startete er einen anonymen Blog, auf dem er anderen Menschen kompromisslos Hilfe anbot. 

Doch das reichte ihm nicht. Eigentlich wollte er, dass auch andere Menschen dieses Gefühl spüren können, das entsteht, wenn man anderen ohne Gegenleistung hilft. Deshalb gründete er mit einem Kollegen ein paar Jahre später das Projekt Drop Dead Generous

Die Idee des Projektes ist einfach: 1.000 Personen können sich für jeweils 500 Dollar bewerben. Der Clou an der Sache: Man muss eine kreative Idee einbringen, mit der man Menschen hilft. So möchte Cledwyn das Glücksgefühl von bedingungsloser Hilfe weitergeben. Gestiftet wird der 500.000-Dollar-Fonds von einem großzügigen anonymen Spender, wie das britische Online-Magazin Positive News berichtet.

Geschenkboxen für Gastarbeiter und ein Ratgeber für trauernde Eltern

Das neueste Projekt kommt von Freddie in Petersborough, England, dessen Sohn Dan sich kurz vor Beginn der Corona-Pandemie das Leben nahm. Wie sie mit dem plötzlichen Tod ihres Sohnes umgingen, teilten Freddie und seine Frau auf Facebook und auf ihrer Homepage. Schnell merkten sie, dass ihre erlernten Strategien bei anderen Menschen, die einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten hatten, ebenfalls Anklang fanden. So entstand neben einem neuen Netzwerk sogar ein Buch, das anderen durch ihre Trauer helfen soll. Mit den 500 Dollar von Drop Dead Generous konnte Freddie nun 200 Auflagen seines Ratgebers an Eltern verschenken, die ein Kind verloren haben, und ihnen so eine neue Perspektive bieten.

Außerdem unterstützt Drop Dead Generous auch Projekte im Ausland. Eines davon wurde von Arianna initiiert, einem 12-jährigen Mädchen aus Saudi-Arabien, dem die ängstliche Stimmung im Land Sorgen macht. Vor allem sorgt sich Arianna um die Gastarbeiter, die häufig unter prekären Bedingungen leben. Mit ihren Eltern kam sie auf die Idee zu ihrem Projekt „Kids Care Appreciation“. Damit wollte Arianna etwas an die Menschen zurückgeben, die sie täglich mit dem Bus zur Schule fahren und die Straßen sauber halten. Mit den 500 Dollar finanzierte die Familie 25 kleine Boxen mit praktischen Gegenständen wie Socken, Haushaltsartikeln oder Snacks sowie persönlichen Geschenken wie kleinen Plüschtieren und jeweils einer handgeschriebenen Nachricht. All das sollte die Arbeiter daran erinnern, dass sie gesehen und “geliebt” werden.

Noch mehr als 650 Projekte frei

Insgesamt wurden durch Drop Dead Generous bisher 324 Ideen in 21 Ländern umgesetzt: von organisierten Abendessen für Lehrer in England als Ausdruck von Dankbarkeit bis zum Bau eines Tanzsaals in Uganda, um die Gemeinschaft zusammenzuführen. Die Beispiele zeigen, wie viel schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen möglich ist. 650 Ideen werden noch gefördert. Wer weiß, vielleicht kommt das nächste Projekt ja von dir?

Foto: Drop Dead Generous

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