London verzeichnet niedrigste Mordrate seit mehr als einem Jahrzehnt

Polizeiauto in London

Die Zahl der Tötungsdelikte in London ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken. Bei jungen Menschen war der Rückgang besonders groß. Mittlerweile ist die britische Hauptstadt statistisch sicherer als viele andere Großstädte.

Im Jahr 2025 wurden in London insgesamt 97 Morde registriert – der niedrigste Wert seit 2014 und ein Rückgang von elf Prozent gegenüber 2024. Im Jahr 2019 lag die Zahl noch bei 153 Fällen. 2003 hatte London sogar 216 Morde in einem Jahr gezählt. 

Die Entwicklung steht im Gegensatz zu Londons wachsender Bevölkerung. Beim aktuellen Stand von 9,1 Millionen Einwohnern entspricht der Wert von 2025 einer Mordrate von lediglich 1,1 pro 100.000 Menschen. Zum Vergleich: In Paris liegt der Wert bei 1,6; in Berlin bei 3,2; und in Brüssel bei 2,9.

Die Polizeiführung führt das Rekordtief auf konsequente Arbeit und gezielte Maßnahmen zurück. Laut Mark Rowley, Leiter der Metropolitan Police, tragen modernste Technologien wie Live-Gesichtserkennung sowie gezielte Einsätze gegen Banden, organisierte Kriminalität und ähnliche Gruppen entscheidend zur positiven Entwicklung bei.

Zahl der Opfer unter 25 Jahren auf niedrigstem Stand seit Jahrzehnten

Die Zahl der getöteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in London ist besonders stark gesunken. Laut Polizei erreichte die Zahl der Opfer unter 25 Jahren im Jahr 2025 den niedrigsten Wert seit mehreren Jahrzehnten. Dieser Trend gilt als Indikator dafür, dass langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen Wirkung zeigen. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Präventions- und Jugendprogramm „Violence Reduction Unit (VRU)“. Die VRU arbeitet in Schulen, um Ausgrenzung und Fehlzeiten zu minimieren. Zudem finanziert sie außerschulische Aktivitäten und entsendet Sozialarbeiter zu Jugendlichen in Polizeigewahrsam und Notaufnahmen.

Trotz des allgemeinen Rückgangs der Mordrate in London haben Tötungsdelikte in Familien und Partnerschaften im Jahr 2025 zugenommen. So stieg die Zahl der als haushaltsbezogen eingestuften Tötungsdelikte im Vergleich zum Vorjahr deutlich an – von 17 im Jahr 2024 auf 27 im Jahr 2025. Ein erheblicher Teil dieser Fälle betraf Partnerschaften, meist mit Frauen als Opfern.

Der Leiter der Mordkommission der Londoner Polizei, Paul Brogden, wies zudem auf eine ethnische Kluft bei der Mordrate hin, da junge schwarze Männer bis zu zwölfmal häufiger Opfer seien als andere Gruppen. Brogden zufolge sei dies aber auch eine Gelegenheit, noch mehr mit jungen Leuten aus benachteiligten Gegenden zu arbeiten und potenzielle Täter vom „Pfad des Verbrechens“ abzubringen. „Die Polizei ist nicht dazu da, um gefürchtet zu werden, sondern um sie zu schützen.“

Quellen: The Guardian, Met Police Presse, Sky News, Evening Standard

Foto: John Cameron / Unsplash (CC0)

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