Das erste weltweite Abkommen für nachhaltige Fischerei tritt in Kraft; die globale Pelzproduktion bricht ein; und immer mehr Kinder bekommen eine tägliche Schulmahlzeit: Hier kommt unser Rückblick auf die wichtigsten und spannendsten konstruktiven Nachrichten aus dem vergangenen Monat.
Ein neues Abkommen der Welthandelsorganisation WTO verbietet Subventionen für die schädlichsten Fischfang-Flotten. Es ist das erste Fischerei-Abkommen, das ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt.
Nach jahrelangen Verhandlungen kann das erste internationale Hochsee-Schutzabkommen im Januar in Kraft treten. Zwei Unterschriften hatten dafür noch gefehlt. Mit dem UN-Vertrag werden erstmals Schutzgebiete außerhalb der Wirtschaftszonen einzelner Länder ausgewiesen. Dort befinden sich mehr als 60 Prozent der Meeresgebiete.
Die weltweite Pelzproduktion ist innerhalb von zehn Jahren um 85 Prozent eingebrochen. Zuletzt wurden pro Jahr gut 120 Millionen Tiere weniger für ihre Felle getötet als noch 2014. In 16 EU-Ländern sind Pelzfarmen bereits verboten. 2026 könnte ein EU-weites Verbot folgen.
Im Jahr 2024 haben 466 Millionen Kinder weltweit eine tägliche Schulmahlzeit erhalten. Das sind 20 mehr als im Jahr 2020. In ärmeren Ländern wie Äthiopien, Madagaskar oder Ruanda stieg ihre Zahl in nur zwei Jahren sogar um 60 Prozent. Der Erfolg geht auf die „School Meals Coalition“ zurück, an der mehrere Industrieländer beteiligt sind.
Der Schweizer Zementhersteller Holcim ist einer der größten CO2-Produzenten der Welt. Vier Fischer aus Indonesien haben ihn dafür verklagt, denn ihre Insel wird immer öfter überschwemmt. Es ist die erste Klimaklage gegen einen großen Zementkonzern und ein „bahnbrechender“ Fall, da er zwei verschiedene Ansätze kombiniert.
Die Staats- und Regierungschefs des Pazifikraums haben einen eigenen Klimafonds gegründet, um sich an die Folgen der Erderwärmung anzupassen. Einige sprachen dabei von einem historischen Ereignis. Zu den Staaten gehören 18 Länder, darunter Australien, Neuseeland, Fidschi und Papua-Neuguinea.
Im australischen Bundesstaat New South Wales sind Koalas in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Zu ihrem Schutz plant die Regionalregierung einen 176.000 Hektar großen Nationalpark. Er soll mehr als 12.000 Koalas und mehr als 100 weitere bedrohte Tierarten beherbergen.
In Schönefeld bei Berlin entsteht eine der größten Agri-Photovoltaikanlagen Deutschlands. Auf 70 Hektar Fläche wird künftig Solarstrom für bis zu 40.000 Haushalte erzeugt. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche bleibt dabei größtenteils weiterhin möglich.
In Chinas mongolischer Wüste soll das größte Solarkraftwerk der Welt entstehen. Auf einer Länge von 400 Kilometern soll die „Große Solarmauer“ bis 2030 genug Strom produzieren, um ganz Peking zu versorgen.
Schon zur Koordination der Proteste nutzten die jungen Aktivisten in Nepal die Chat-App Discord. Rund 160.000 Menschen vernetzten sich dort binnen Tagen. Für die Bestimmung einer geeigneten Übergangskandidatin erwies sich die Plattform ebenfalls als vorteilhaft.
Zum ersten Mal hat eine Studie gezeigt, wie sich der körperliche und geistige Verfall durch die Huntington-Krankheit stark verlangsamen lässt. Bei der Behandlung wird eine genetische Bauanleitung ins Gehirn gespritzt, die das krankmachende Protein reduziert.
Anfang des Jahres wurde mit climate.gov die wichtigste Plattform für Klimainformationen in den USA stillgelegt. Doch ein Team um die ehemalige Verantwortliche Rebecca Lindsey hat die Daten gesichert und bereitet derzeit einen unabhängigen Neustart vor.
In den letzten sechs Jahren hat Mexiko 600.000 Hektar Wald und Dschungel verloren. Die Zahl der gefährdeten Jaguare ist dennoch auf 5.326 Tiere gestiegen. Gründe dafür sind der Schutz natürlicher Lebensräume, weniger Konflikte mit Viehzüchtern sowie eine Öffentlichkeitskampagne.
Die 32-jährige Grünen-Abgeordnete Hanna Steinmüller hat zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Bundestages eine Rede mit Baby im Tragesack gehalten. Bisher waren Säuglinge im Plenarsaal nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.
Für herkömmliche Schwangerschaftstests sterben jedes Jahr tausende Tiere, da die Antikörper aus Mäusen oder ungeborenen Kälbern gewonnen werden. Das hannoversche Start-up Phaeosynt bietet mit „Hey Mela“ eine tierleidfreie Alternative aus Kieselalgen an.
Für Studierende in Städten wird es immer schwerer, ein bezahlbares Zimmer zu finden. Gleichzeitig leben viele ältere Menschen allein in großen Wohnungen. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ bringt beide Seiten zusammen: Statt Miete zu zahlen, helfen die jungen Menschen im Alltag mit. Oft entstehen dabei sogar Freundschaften.
Die Altenpflege ist teuer; trotzdem fühlen sich viele Senioren schlecht versorgt. In Mitmach-Heimen können Bewohner und Angehörige deshalb selbst mit anpacken. Das spart Kosten, hält fit und sorgt so für eine hohe Zufriedenheit.
Zur Entlastung von Krankenhäusern werden in einem Modellprojekt in Jena spezielle Gesundheitsapartments getestet. Dadurch müssen Patienten nur noch so lange in der Klinik bleiben, wie medizinisch notwendig, und haben mehr Komfort und Privatsphäre.
Vor knapp zwei Jahren legte das Freiburger Start-up WeTell alle Gehälter offen. Anfangs führte das zu Spannungen. Doch dann sorgten Gespräche und ein neues, gemeinsam entworfenes Gehaltsmodell für mehr Fairness und Zusammenhalt.
Die Wollspinnerei „Bergère de France“ gehört zu der letzten ihrer Art in Frankreich. Als die Schließung drohte, wandelte ein Drittel der Angestellten die Firma in eine Genossenschaft um. Der Schritt brachte ganz neue Freiheiten und mehr Motivation, aber auch neue Herausforderungen.
In einem ehemaligen Pariser Parkhaus betreibt Jean-Noël Gertz einen unterirdischen Bauernhof. Die Pilze, die dort angebaut werden, haben Bio-Qualität. Restaurantbesitzer sind von ihrer Frische begeistert.
Millionen Seeigel hatten die Unterwasserwälder Südkaliforniens zerstört. Doch inzwischen ist der Riesentang zurück. Taucher sorgen jetzt dafür, dass pro Quadratmeter höchstens zwei Seeigel übrig bleiben; zuvor waren es 70 bis 80. So können sich die Algen wieder ausbreiten, CO2 speichern und die Küsten schützen.
Barbara Promberger kauft in Rumänien mit ihrem Mann und ihrer Stiftung Wälder, um sie vor Raubbau und Wilderei zu schützen. Am Ende soll dadurch ein Nationalpark entstehen, der so groß wie Luxemburg ist und Luchsen, Wölfen und Braunbären eine sichere Heimat bietet.
Die erste handbetriebene Waschmaschine baute der Ingenieur Navjot Sawhney nur für seine Nachbarin. Als Vorbild diente eine Salatschleuder. Mittlerweile ist aus dem Prototypen ist ein globales Sozialprojekt geworden, das Menschen in Regionen ohne Strom das Wäschewaschen erleichtert.
Wenn man Zeitungen liest oder die sozialen Medien nutzt, scheint es mit der Welt ständig bergab zu gehen. Doch stimmt das? Und wie misst man überhaupt den Zustand der Welt? Eine neue Doku porträtiert Organisationen, die sich damit beschäftigen, und zeigt, warum wir globale Fortschritte oft stark unterschätzen.