Foto: Charbel Karam / Unsplash (CC0)
Vom ersten arabischen Land, das die Todesstrafe abschafft, bis zum ersten kaspischen Tiger in Kasachstan seit 70 Jahren: Hier kommt unser Rückblick auf die wichtigsten und spannendsten konstruktiven Nachrichten aus dem vergangenen Monat.
Die Mehrheit des libanesischen Parlaments hat dafür gestimmt, die Todesstrafe abzuschaffen. Der Libanon ist damit das erste arabische Land, das diesen Schritt vollzieht. Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Entscheidung. Seit 2004 galt im Libanon bereits ein inoffizielles Moratorium für Hinrichtungen.
Quelle: Tagesschau
Erstmals hat ein therapeutischer Impfstoff gegen Krebs positive Ergebnisse in einer Phase-3-Studie erzielt. Der Impfstoff namens Intismeran Autogene wirkt gegen schwarzen Hautkrebs und verhindert das Wiederauftreten von Melanomen sowie die Ausbreitung auf andere Organe.
Quelle: FAZ
Der krebskranke Mailo galt als austherapiert; dann testeten Ärzte in einem Kinderheilzentrum in Heidelberg eine neuartige Zelltherapie. Mittlerweile holt der 18-Jährige sein Abitur nach, fährt Radrennen und will Medizin studieren. Nun soll eine Studie zeigen, ob die Therapie auch anderen jugendlichen Patienten helfen kann.
Quelle: SWR
Rund 480.000 Menschen in Deutschland leiden an altersbedingter Netzhaut-Degeneration. Nun wurde erstmals in Europa ein kleiner Chip zur Implantation zugelassen, der sie zusammen mit einer speziellen Brille wieder sehen lässt. Fachleute sprechen bereits von einem „Wendepunkt in der Augenheilkunde“.
Quelle: n-tv
In Deutschland beginnen Ersthelfer inzwischen mehr als jede zweite Wiederbelebung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb von Kliniken. 2025 waren rund 130.000 Menschen von solchen Notfällen betroffen. Bei 53,5 Prozent konnten Helfer bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Reanimation beginnen.
Quelle: Tagesschau
Beim „Social Prescribing“ verschreiben Ärzte statt Medikamenten soziale Aktivitäten: etwa bei Herzproblemen, Bluthochdruck, Angststörungen oder Depressionen. Städte wie Hannover testen den Ansatz zurzeit und werten ihn schon jetzt als Erfolg.
Quelle: n-tv
Um die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung zu mindern, haben viele Städte Zonen eingeführt, in denen besonders schadstoffreiche Fahrzeuge nicht oder nur gegen Gebühr fahren dürfen. Nun zeigt eine Studie erstmals, dass die Lungen von Kindern in London seitdem schneller wachsen.
Quelle: Euronews
An der Arnoldi-Schule in Göttingen dürfen die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs selbst entscheiden, ob sie später anfangen oder früher nach Hause gehen. Nach durchweg positiven Erfahrungen wird der Ansatz nun ausgeweitet. Experten fordern seit Jahren einen späteren Unterrichtsbeginn für Jugendliche.
Quelle: NDR
Eine Studie aus Schweden zeigt, dass Väter ein geringeres Depressionsrisiko haben, wenn sie Elternzeit nehmen. Entscheidend ist dabei die Länge der beruflichen Auszeit. Als Grund vermutet das Forschungsteam die engere Bindung zum Kind.
Quelle: ORF
Viele Texte von deutschen Ämtern sind so kompliziert, dass man sie kaum versteht. Felix Speidel vom Marburger Sozialamt will das ändern und führt deshalb verständliche Formulierungen ein. Dafür erntet er viel Lob. Mehr als 20 andere Städte und Kommunen wollen nun von ihm lernen.
Quelle: Hessenschau
Ein Bündnis aus Gewerkschaften, kirchlichen Trägern, Sportvereinen und zahlreichen Menschenrechts-, Sozial- und Umweltverbänden will Menschen, die von Rechtsextremisten angegriffen oder bedroht werden, künftig gezielt unterstützen. Hilfe soll es etwa nach Anschlägen oder bei Drohungen gegen Ehrenamtliche geben.
Quelle: Tagesschau
In Sachsen haben extremistische Vorfälle an Schulen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nun hat das Land einen Aktionsplan mit 15 Maßnahmen dagegen vorgestellt: von mehr Fortbildung für Lehrkräfte über mehr Unterricht in Gemeinschaftskunde und Medienkompetenz bis hin zur schrittweisen Einführung einer Klassenstunde.
Quelle: Zeit Online
Jugendstudien belegen immer wieder, dass sich viele junge Menschen nicht gehört fühlen. Das ist auch ein Problem für die Demokratie. Drei Schulen zeigen, wie sich Jugendliche besser einbinden lassen: mit Jugendkonferenzen, Ping-Pong-Dialogen zur Schulentwicklung, der Bewertung von Lehrkräften und einer Beteiligungs-App.
Quelle: Kontext
Thomas Piketty hat mit dem World Inequality Lab kürzlich den Global Justice Report vorgelegt. Darin findet sich auch der Vorschlag, die Bekämpfung globaler Ungleichheit mit dem Klimaschutz zu verknüpfen. Im Interview erklärt Piketty, warum wir Investitionen umlenken sollten und auch mit weniger Ressourcenverbrauch wachsen können.
Quelle: Frankfurter Rundschau
Fast 80 Prozent der Flächen in der Mongolei gelten als geschädigt oder bedroht; Klimawandel und Viehzucht verstärken das Problem. Vor 20 Jahren versuchte man in einem Pilotprojekt, Bäume zu pflanzen, um die Ausbreitung der Wüste aufzuhalten. An seinen Erfolg glaubte kaum jemand. Doch der Ansatz funktioniert und wird nun weiter ausgebaut.
Quelle: ZDF
Zwischen August 2025 und Juli 2026 sind den brasilianischen Behörden zufolge 37 Prozent weniger Wald im Amazonasgebiet gerodet worden als im Vorjahreszeitraum. Das ist der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016. Bis 2030 will Brasiliens Präsident Lula da Silva die illegale Abholzung komplett stoppen.
Quelle: Zeit Online
Alpine Seen wie der Luganer See sind wunderschön, doch auf ihrem Grund gibt es oft nicht mehr viel Leben. Dabei könnten Wasserpflanzen die Qualität des Wassers verbessern und CO2 binden. In einem Pilotprojekt will ein Forschungsteam aus der Schweiz und Italien die Pflanzen nun zurückbringen.
Quelle: SRF
Viele Zuchtfische brauchen Omega-3-Fettsäuren und erhalten deshalb Fischmehl und Fischöl von Wildfischen. Ein schottisches Start-up nutzt stattdessen Abfälle aus der Whiskyproduktion und lässt darauf Algen wachsen, die Omega-3-Fettsäuren selbst produzieren. So lassen sich Fischmehl und Fischöl direkt ersetzen.
Quelle: Euronews
Für viele Menschen gehören Luftballons zum Feiern dazu. Doch einer Studie aus dem Jahr 2019 zufolge sind sie das „riskanteste Kunststoffabfallprodukt“ für Seevögel und 32-mal tödlicher als harte Plastikteile, die verschluckt werden. Eine britische Doktorandin hat deshalb einen „Bioloon“ entwickelt, der sich innerhalb von neun Monaten vollständig zersetzt.
Quelle: Euronews
In einem Café in Arnheim können Gäste ihren Kaffee ausschließlich per Gebärdensprache bestellen. Die entsprechenden Zeichen werden auf einem Bildschirm am Tresen vorgemacht. Insgesamt gibt es in den Niederlanden schon mehr als 50 solcher Cafés. Bei den Gästen kommen sie gut an.
Quelle: Deutsche Welle
Die psychische Belastung von Jugendlichen ist hoch. Doch die Wartelisten für Therapieplätze sind lang, auch in der Schweiz. In Basel gibt es deshalb ein einfaches kostenloses Gesprächsangebot: In der „Ansprechbar“ können junge Menschen mit Studentinnen über ihre Sorgen sprechen. Vorbild ist ein Projekt in den Niederlanden.
Quelle: SRF
Christian Lange aus Wiesenbach musste lange seine kranke Frau pflegen. Als anschließend auch noch die letzte Post im Dorf schloss, entschied er sich, in seinem Haus einen Paketshop aufzumachen, um mit mehr Menschen ins Gespräch zu kommen. Darüber ist er nun „heilfroh“: „denn die Einsamkeit ist nicht mehr da“.
Quelle: n-tv
Es begann mit dem Ärger über eine Baustelle; doch Marius Langas aus Zeuthen nutzte die gesperrte Straße, um dort ein Straßenfest zu organisieren. Mittlerweile ist daraus das preisgekrönte Projekt „Open Streets“ entstanden, indem die Gemeinde auch andere Straßen für nachbarschaftliche Begegnungen sperrt, wenn die Bevölkerung Ideen einbringt.
Quelle: RBB
Ein kleiner Strand im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca war früher vor allem bei Wilderern bekannt. Doch inzwischen ist er zu einem Hotspot für Ökotourismus geworden. Eloisa Soledad etwa stahl früher selbst Schildkröteneier. Nun überwacht sie den Strand und erklärt Touristen, wie die Tiere ihre Eier vergraben.
Quelle: Tagesschau
70 Jahre ist es her, dass in Kasachstan zuletzt ein kaspischer Tiger in freier Wildbahn gesichtet wurde. Nun will das Land das erste werden, das eine verschwundene Tigerart wieder in ihrem früheren Gebiet ansiedelt. Die Auswilderung der Tigerin Umit ist der erste Schritt dorthin. Erfahrungen aus Russland sprechen für das Projekt.
Quelle: Watson