Deutschland pflastert ab: Städte-Contest geht in zweite Runde 

Deutschland pflastert ab: Städte-Contest geht in die zweite Runde 

Steine, Pflanzen, Gießkanne

In den Niederlanden wetteifern Städte schon länger darum, wer am meisten versiegelte Flächen entfernt und sie wieder durchlässig macht. Seit 2025 gibt es auch in Deutschland einen offiziellen Wettbewerb zum Abpflastern. Ende März startet die nächste Runde. Mitmachen können alle, die Lust darauf haben. 

Laut Umweltbundesamt sind in Deutschland knapp 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt, das heißt bebaut, betoniert oder gepflastert. Täglich kommen neue Flächen für Straßen oder Siedlungen hinzu. Versiegelte Böden verstärken Hitzeinseln in Städten und erhöhen das Überflutungsrisiko bei Starkregen, weil sie verhindern, dass Regenwasser versickern kann. Begrünte, durchlässige Flächen dagegen wirken wie kleine Schwämme: Sie speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und fördern die Artenvielfalt.

Längst nicht überall ist die Versiegelung von Flächen notwendig. In den Niederlanden gibt es deshalb seit 2020 Wettbewerbe zwischen Städten, die darum wetteifern, möglichst viele Flächen zu entsiegeln. Was als freundschaftlicher Wettstreit zwischen Amsterdam und Rotterdam begann, ist inzwischen zu einer landesweiten Bewegung geworden. In den vergangenen fünf Jahren wurden in den Niederlanden rund zehn Millionen Pflastersteine „gewippt“ und durch Grünflächen ersetzt.

So läuft der Wettbewerb in Deutschland ab

In Deutschland wurde die Idee 2024 aufgegriffen, 2025 wurde mit “abpflastern” ein offizieller Entsiegelungs-Wettbewerb 2025 ins Leben gerufen. Organisiert wird er von den Studierenden der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) in Koblenz, unter der Aufsicht von Prof. Dr. Daniela Gottschlich und Dr. Lars Hochmann. Die zweite Runde des deutschlandweiten Wettbewerbs beginnt am 21. März 2026 und läuft bis zum 31. Oktober 2026. 

In diesem Zeitraum können Städte, Unternehmen, Vereine, Schulen und Privatpersonen Flächen entsiegeln und dies online registrieren. Gewertet wird die insgesamt entsiegelte Quadratmeterzahl pro Kommune. Dabei zählen alle Bodenflächen, in denen Wasser wieder versickern kann. Ideal ist es laut abpflastern.de, wenn Regenwasser vollständig im Boden aufgenommen werden kann und die Fläche anschließend begrünt wird – etwa als Blumenbeet, Wildblumenwiese oder Regenrasen. Auch teilentsiegelte Flächen werden berücksichtigt.

Wer Pflastersteine oder andere versiegelnde Materialien entfernt, muss die Aktion mit Vorher- und Nachher-Fotos dokumentieren und die entsiegelten Quadratmeter online eintragen. Die Fläche wird anschließend der jeweiligen Kommune zugerechnet. Die Städte treten in unterschiedlichen Größenklassen (Großstadt, Mittelstadt, Kleinstadt) gegeneinander an. Entscheidend ist die Gesamtfläche, die innerhalb des Wettbewerbszeitraums entsiegelt wird.

Mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche entsiegelt

Im ersten Wettbewerbsjahr wurden die Siegerkommunen in drei Größenklassen ausgezeichnet. Frankfurt am Main gewann die Kategorie der Großstädte mit 48.525 entfernten Pflastersteinen. In der mittleren Größenklasse setzte sich Flensburg mit 103.839 „gewippten“ Steinen durch. Bei den kleineren Kommunen lag Mettingen mit 60.000 entfernten Steinen vorne. 

Insgesamt wurden zwischen März und Oktober 2025 bundesweit mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Das entspricht mehreren Hunderttausend entfernten Pflastersteinen. Dennoch nahmen im ersten Jahr nur einige Dutzende Städte am Wettbewerb zum Abpflastern in Deutschland teil. Gut möglich, dass es in Zukunft noch mehr werden. 

Foto: Trav Wade / Unsplash (CC0)

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